.Freie.Waldorfschule.
.Weimar
   

Die Freie Waldorfschule Weimar - viele Häuser, viele Gesichter

Wie an viele Orten in der DDR war es auch in Weimar: Konnte Waldorfpädagogik nicht öffentlich werden, lebte sie doch im verborgenen: in privater Initiative, im Einzel- und Gruppenunterricht einer freischaffenden Musiklehrerin, in der privaten Spielstunde, die eine Mutter in ihrer Wohnung veranstaltete, im Religionsunterricht der Christengemeinschaft oder im Unterricht eines Lehrers, soweit es der (sozialistische) Lehrplan zuließ.
Eine der ersten öffentlichen Aktivitäten im Herbst 1989 war ein Aufruf zur Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Richtung Waldorfpädagogik. Bei der Umsetzung dieser Initiative entstand ein intensiver Kontakt zur späteren Paten- Waldorfschule in Kassel. Neben diesem Seminar wurden zahlreiche öffentliche Veranstaltungen zur Information über die Waldorfpädagogik durchgeführt.
Der Entschluss zur Gründung einer eigenen Schule war im Jahr 1990 gefallen, und nun musste mit der intensiven Vorbereitung begonnen werden. Ein Gebäude wurde gesucht und gefunden. Die Stadt Weimar stellte uns das ehemalige Oberweimarer Dorfschulhaus zur Verfügung, welches damals noch zum Teil von einer anderen Schule und als Lager genutzt wurde. Vier Klassenzimmer und ein kleiner Nebenraum wurden 1990 für den Start der ersten freien Schule in Thüringen geräumt.

Dorfschule in Oberweimar

Das Schulgebäude im Klosterweg 4 wurde 1885 neu errichtet, nachdem die dortige alte Schule mit den dazugehörigen Lehrerwohnungen nicht mehr ausreichend Platz für die damals 230 Kinder bot und abgerissen worden war. Man kann davon ausgehen, dass auch die alte Schule auf dem bereits seit Jahrhunderten als Schulstandort genutzten Platz in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Klosters Oberweimar gestanden hat. Der älteste Beleg führt uns in das Jahr 1579, in welchem die Bezahlung eines Schuldieners durch die Gemeinde in Naturalien notiert wurde - sein Lohn betrug mehrere Scheffel Korn, sein Name ist nicht belegt. Im Jahre 1728 wurden so umfangreiche Bauarbeiten an der Kirche, dem Turm derselben, der Pfarre und der Schule notwendig, dass hierfür detaillierte Kostenabrechnungen mit Materialangaben gemacht wurden. Besonders interessant ist eine übersicht aus dem Jahre 1874 über die Erhebung von Schulgeld im Bezirk der Kircheninspektion Weimar, aus der hervorgeht, dass für die Schule in Oberweimar das mit Abstand höchste Schulgeld zu zahlen war. Warum dieses hohe Schulgeld festgelegt wurde, konnte nicht ermittelt werden.

Von der Dorfschule zur Volksschule

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden mit einer "Verordnung über die Neuregelung des Volksschulwesens" vom 14. Mai 1919 folgende bis dahin übliche Regeln abgeschafft:
- die überwachung des Religionsunterrichts durch die Kirche
- die Verpflichtung des Lehrers zu kirchlichen Diensten
- die Erhebung des Schulgeldes ab Ostern 1919
- der Unterschied zwischen erster und zweiter Bürgerschule
Damit war die allgemeine Volksschule für alle Kinder durchgesetzt und eine, zumindest auf der unteren Ebene, einheitliche Schulbildung für alle Schichten der Bevölkerung eingeführt. Aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge und bedingt durch Sparmaßnahmen des Thüringer Ministeriums für Volksbildung wurde die Schule in Oberweimar 1929 mit der Schule der Nachbargemeinde Ehringsdorf zusammengelegt. Die beiden Einrichtungen wurden unter dem gemeinsamen Namen "Ilmschule" weitergeführt, überschneidungen in der Klassenstruktur in Kauf genommen. Bedingt durch die nationalsozialistische Siedlungspolitik, die sich konkret auch um die Gemeinden Oberweimar und Ehringsdorf abspielte, stieg die SchülerInnenzahl in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts rapide, so dass 1941 ein großangelegter Schulneubau geplant wurde, der kriegsbedingt nicht zur Ausführung gelangte. Im Oktober 1945 wurde der Schulbetrieb in Oberweimar dann wieder aufgenommen.

Zu DDR-Zeiten ...

... wurde hier im Rahmen der üblichen zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen unterrichtet; in den 80er Jahren war der berufsfördernde Unterricht der Weimarer Herderschule hier untergebracht.

1990 ...

... wurde der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e.V. zuerst ein Teil des Gebäudes, später die gesamte Schule zur Nutzung überlassen. Seither wird sie durch kontinuierlichen Um- und Ausbau und den bis heute andauernden Ausbau der später erworbenen Gebäude des ehemaligen Kloster- bzw. Kammergutes den Erfordernissen einer Waldorfschule immer mehr und immer aufs Neue gerecht. ( mehr ...)

2010, im Jahr des zwanzigjährigen Bestehens unserer Schule, wurde die erneute Sanierung unseres alten Schulhauses abgeschlossen.

 
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